Die JERMI Käsewerk GmbH geht zurück
auf das Jahr 1889. Damals erwarb Michael Jerg die
Dorfmolkerei im oberschwäbischen Baustetten. An
den Firmengründer erinnert heute noch der
Firmenname JER(g) MI(chael), der mittlerweile
auch als Dachmarke sowohl im deutschen Handel
als auch international bestens eingeführt ist.

Damals wurden im Ein-Mann-Betrieb Käse und Butter
für die einheimische Bevölkerung hergestellt. Die
Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts brachten
die erste Existenzkrise, als die neu aufkommende genossenschaftliche Organisation der Milchverarbeitung
die Zukunft privater Molkereien bedrohte. Auch Michael Jerg und sein Sohn Franz Jerg waren davon betroffen
und mussten im Jahr 1923 die Milchverarbeitung weitgehend einstellen.

Sie suchten eine neue Existenz und verlegten sich
auf den Handel mit Molkereiprodukten und anderen
Lebensmitteln. Der Kundenkreis bestand aus Einzel-
händlern und Gastronomen aus dem oberschwäbischen
Raum. Unter wirtschaftlich schwersten Bedingungen
gelang es, den Betrieb über die Wirren der Weltwirt- schaftskrise, den 2. Weltkrieg und die Lebensmittel-
bewirtschaftung der Nachkriegszeit aufrechtzuerhalten.
Ein wichtiges Standbein neben dem Handelsbetrieb
wurde ein Käselager, in dem junger Käse während
seiner Reifungszeit gelagert, gegebenenfalls geschmiert,
verpackt und vertrieben wurde. Im Jahr 1947 stieg mit
Michael und Josef Jerg die dritte Generation in das
Unternehmen ein.

Durchgreifende Strukturveränderungen im Lebens-mitteleinzelhandel bahnten sich schon in den Fünfziger Jahren an, und es war absehbar, dass der Handels-
betrieb in seiner bestehenden Form die Existenz
langfristig nicht sichern konnte. Aus diesem Grund
suchte die dritte Generation nach neuen Ideen, um
zum Produktionsbetrieb zurückkehren zu können. Ein Zurück zur Milchverarbeitung war jedoch nicht mehr möglich, da der Rohstoff Milch von den umliegenden Genossenschaften selbst verarbeitet wurde.

So besann man sich bei JERMI auf die Weiter-
verarbeitung und Veredelung von Käse und begann
im Jahr 1954 die Schmelzkäseproduktion. In kleinem Umfang und mit gebrauchten Maschinen entstanden
so die ersten Produkte: Schmelzkäseblöckchen, Schmelzkäseecken und Schmelzkäsewürste.

Das Besondere am Schmelzkäse ist die Möglichkeit,
dem Käse auch andere Lebensmittel beizumischen,
wie z.B. Kräuter, Nüsse, Schinken oder Lachs.
Damit entstehen ganz neue Produktkompositionen,
die - damals wie heute - interessante Marktposition-
ierungen ermöglichen. Das umfangreiche Sortiment
umfasst heute eine Fülle von Käseköstlichkeiten in
klassischen, raffinierten und exklusiven Geschmacks-
richtungen, teilweise auch geräuchert. Die Schmelzkäse-
und Frischkäse-Spezialitäten, die im Lauf der Jahrzehnte
entwickelt wurden, sind schnittfest oder streichfähig,
für die Käsetheke oder Selbstbedienung, für Endver-
braucher oder die Gastronomie. Auch die eigene
Scheibenpackerei zeichnet sich durch größtmögliche
Flexibilität und eine verlockende Vielfalt aus.

Der Abnehmerkreis veränderte sich im Lauf der Jahre
und Jahrzehnte von zahlreichen Großhändlern über die ersten Einzelhandelsketten bis zur heutigen Handels-landschaft, die geprägt ist von wenigen umsatzstarken Filialisten mit großer Dominanz der Discounter. JERMI
ist in jeder Vertriebsschiene vertreten. Bereits in den Sechziger Jahren gelang es, auf Export-Märkten Fuß
zu fassen, insbesondere in den USA. Bis heute ist der
US-amerikanische Markt von großer Bedeutung, gefolgt von der EU, den Staaten Osteuropas und Japan.